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Lieber Leser

Trotz Ärger locker bleiben

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Sepp Kellerer, Wochenblatt
am
29.06.2017

München - Trotz Ärger locker bleiben – so haben wir diese Woche unseren Beitrag auf der Seite 40 überschrieben. Vielleicht sind wir mit dem Thema ein wenig spät dran, denn Punkte zum Ärgern gab es in den letzten Wochen und Monaten wirklich genug.

Sepp Kellerer

Dabei habe ich jetzt nur mal die Politik im Blick. Soll ich Ihnen jetzt die ganze Liste, die mir da in den Kopf steigt, nochmal aufzählen? Lieber nicht, denn noch besser, als trotz Ärger locker zu bleiben, ist, den Ärger von vornherein zu vermeiden.

Vielleicht hätten wir uns das Thema „Trotz Ärger locker bleiben“ auch ganz sparen können, weil Sie, liebe Leser, im Umgang mit dem Ärger einfach genug Routine haben. Land- und Forstwirtschaft spielen sich nun mal zum ganz großen Teil in der Natur ab und die ist schlichtweg nicht steuerbar. Da zwicken ein paar Spätfröste mal schnell die halbe Obsternte von den Bäumen, da verhindern ein paar Wochen Dauerregen die termingerechte Maisaussaat und dann wird es so lange trocken, dass die Wintergerste in die Notreife geht. Auch diese Liste ließe sich noch ein ganzes Stück fortführen. Kürzen wir es ab: Wer da kein dickes Fell hat, der hätte Ackerbau und Viehzucht schon lange den Rücken gekehrt.

Vielleicht kommt der Beitrag „Trotz Ärger locker bleiben“ aber auch genau zum richtigen Zeitpunkt. Es könnte ja durchaus sein, dass gerade so viel zusammenkommt, dass die erlernten Mechanismen eben nicht mehr funktionieren und dass das Fass am Überlaufen ist. Es ist bekannt, dass die Routine auch ein wenig Abstumpfung in sich birgt und die körperlichen wie geistigen Abläufe dann nicht mehr so gut funktionieren. Da ist es durchaus hilfreich, wenn man einen Schritt zur Seite tritt, die Dinge von außen betrachtet und sich die eine oder andere Verhaltensweise wieder ins Bewusstsein ruft. Ich könnte jetzt die Liste der wichtigen Punkte aus dem Beitrag hier aufzählen, aber das wäre dann doppelt gemoppelt und ich will dem Beitrag ganz bewusst nicht vorgreifen.

Nun ja, einen Tipp muss ich dann doch schon an dieser Stelle preisgeben: Wer an erfreuliche Erlebnisse länger denkt als an negative und die erfreulichen damit ins Langzeitgedächtnis brennt, der ist für den Alltagsfrust gerüstet. Das gibt doch Zuversicht, denn trotz aller politischen Wirrnisse und aller betrieblichen Rückschläge und Herausforderungen, Land- und Forstwirtschaft sind eine Branche, die deutlich mehr positive als negative Erlebnisse bietet. Es sollte also nicht allzu schwer sein, trotz allen Ärgers locker zu bleiben.

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