Login
Kulturlandschaftstag der LFL

Wildlebensräume bieten über tausend Tierarten ein zu Hause

pd
am
11.10.2016

Freising - Ziele des diesjährigen Kulturlandschaftstag in Freising war, das Bewusstsein für Wildtiere in der Kulturlandschaft zu schärfen.

LFL-Tagung

Die Tagung zeigte Maßnahmen auf, die die Artenvielfalt und Häufigkeit von Wildtieren steigern können. Besonders Tierarten wie Feldhase und Rebhuhn, aber auch Bienen und Schmetterlinge standen im Fokus der Veranstaltung. Fachreferenten der LfL erläuterten den rund 90 Teilnehmern, welche Maßnahmen in der landwirtschaftlichen Praxis die Artenvielfalt von Wildtieren erhöhen. So siedeln sich in Hecken und Feldgehölzen Goldammer und andere Singvögel vermehrt an. Artenreiches Grünland steht für blütenbesuchende Insekten als zusätzliche Nahrungsquelle zur Verfügung und die Pflege und Instanthaltung von Streuobstflächen ist Lebensraum für Fledermäuse, Grünspecht und Wendehals – alles Arten, die alte Obstbäume mit Höhen benötigen. Rehe, Feldhasen aber auch viele Insekten und Vogelarten – insgesamt über 1000 Tierarten – sind auf Blühflächen anzutreffen.

Die „Wildlebensraumberatung in Bayern“ zeigte die vielfältigen Chancen für die Artenvielfalt auf, welche im Rahmen des Bayerischen Kulturlandschaftsprogramms und des europäischen Greening bestehen. Dieses in Deutschland einzigartige Projekt setzt auf eine fachpraktische Beratung von Landwirten, Jägern, Imkern und Naturschützern. Aufgrund der Erfolge verlängerte das Bayerische Landwirtschaftsministerium das Projekt um weitere fünf Jahre. Dr. Christof Janko, Projektkoordinator der Wildlebensraumberater an der LfL, begrüßte diese Entscheidung sehr. „Was wir vor allem benötigen ist Kontinuität in der Aufgabe. Wir brauchen Zeit, um gemeinsam mit den Beteiligten unsere Kulturlandschaft vielfältiger zu gestalten“, so Janko. In Wildlebensraum-Modellgebieten können Besucher diese Vielfalt live erleben, wodurch das Bewusstsein für Wildtiere, Landwirtschaft und Kulturlandschaft angehoben wird.

Eine Geländeexkursion zu gelungenen Maßnahmen wie eine gut gepflegte Hecke, ein junger Streuobstbestand, eine artenreiche Wiese und einer Blühflächenversuchsanlage rundete die Tagung ab. LfL-Fachreferenten und die bayerischen Wildlebensraumberater erklärten Anlage, Pflege, Wert der Maßnahmen sowie Fördermöglichkeiten.

Auch interessant